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Die Art, die „zusammengefügten“ Flanellscheiben als Kopf eines Paukenschlegelstiels gegenüber dem bislang üblichen Holzschlegel zu verwenden, fand aller Wahrscheinlichkeit Mitte des 19.Jhdts in der Gegend zwischen Prag-Berlin-Leipzig statt und war möglicherweise gar keine Wiener Erfindung.
Wie bereits erwähnt, verwendeten die Pauker der Wiener Philharmoniker ihren abgespielten Flanellschlegel als „Kern“ für ihre Filzschlegel. Der Schlegelkopf wurde abgeschraubt, die Scheiben mit Klavierdämpferfilz überzogen und, wie beim Flanellschlegel, mit der Mutter, zur damaligen Zeit aus Bein bzw. Knochen gefertigt, wieder zusammengezogen. Das zeitigte bei lautem Wirbel auf tieferen Tönen ein passables Klangvolumen, war jedoch für staccati eher ungeeignet. So entschied man sich in der Folge den Kern durch Kork zu ersetzen. Fromme erweiterte das Sortiment wiederum auf drei Typen: weich, mittel und hart, ähnlich wie beim Flanellschlegel.
Mit diesem Holzschlegeltyp wurde ein „Unikat“ geschaffen, denn er ist kein wahrer Holzschlegel sondern ein mit dünnem Stoff oder Rehleder überzogener Korkschlegel. Daher der Name „Wiener Holz“. Warum? Will man mit einem Holzkopf auf Naturfellen im Fortissimo Tonvolumen erzeugen, sollte der Schlegelkopf nicht zu klein sein. Aus Holz ist dieser jedoch meist zu schwer, es sei denn, man verwendet dafür Balsaholz. Die Festigkeit dieses Materials aber bewegt sich etwa zwischen 0,1 g/cm³ und 0,2 g/cm³, - entspricht also etwa einem Drittel der Dichte gewöhnlichen Holzes. Man kann also bis zum Mezzoforte ohne weiteres reines Holz spielen, darüber hinaus sollte man den „Wiener“ Holzschlegel verwenden. Der Wiener Holzschlegel hat fast denselben Charakter wie nacktes Holz, außer im Piano, weil dann der Stoff oder Hartfilz hörbar wird. Hochrainer hat den Kork einfach mit dem weißen Loden überzogen.
Der Hartfilzschlegel ist eine echte Fromme-Erfindung, die sich jedoch Prof. Hochrainer an den Hut steckte: eine 1cm dicke Hartfilzscheibe im Durchmesser von etwa 3 -4 cm wurde vom Drechsler abgerundet. Hochrainer war begeistert und nannte ihn „Mikrofon-Schlegel“ Er gibt einen sehr klaren Ton, den damals die Plattenfirma DECCA im Studio der Sophiensäle auf ihren Premier-Pauken bevorzugte. Wie auch Michael Vladar, Solopauker der Wiener Symphoniker im Interview mit Amélie Kruse-Regnard (nachzulesen in der Schrift „Die Wiener und die französische Paukenschule im Vergleich, Okt. 2003) erwähnte: „Die Wiener Philharmoniker spielen das meiste auf Schnellar- bzw. Hochrainer Pauken. Außer bei Open-Air-Konzerten, wenn das Wetter unsicher ist, oder früher bei Plattenaufnahmen, weil die Technik der Mikrofone nicht so entwickelt war um Wiener Pauken gut aufnehmen zu können (z.B. bei den Aufnahmen des Ringes von Wagner unter Solti). Da haben sie nur für die Studioaufnahmen Premier-Pauken mit Kalbfellen verwendet. Für diese Aufnahmen hat auch Fromme diese „Mikro“- Schlegel entwickelt, aus ganz hartem Filz.“
Über den Holzschlegel gibt es nicht allzu viel zu berichten, außer dass er der älteste in der Geschichte der Paukenschlegel ist. Laut Überlieferung sollen in der Barockzeit auch Schlegel aus Metall Verwendung gefunden haben. Die Form des Holzpaukenschlegels war einfach. Der Schaft verdickte sich dem Ende zu und die Schlegel glichen eher den heutigen Trommelschlegeln. Dies war nicht verwunderlich, waren doch die damaligen Pauker mehrheitlich eher technisch versierte Akrobaten als des Notenlesens kundige Musiker. Lärm und Schau war angesagt, und wenn man die notierten Schlagmanieren dieser Zeit betrachtet, so glaubt man fast eine Art Stick-Control à la G.L.Stone vor sich zu haben. Daher liegt die Vermutung nahe, dass sich die Formen der damaligen Paukenschlegel den technischen Anforderungen durch einen adäquaten Rebound anpassen mussten. Ähnlich verhält es sich beim Barock-Paukenschlegel. Sein Kopf war und ist eine dünne Holzscheibe mit geringster Schlagfläche, jedoch dadurch umso springfreudiger. Die Formen des Schafts sind der Zeit entsprechend: verwandt der Architektur mit ihren geschwungenen Fassaden (konvex / konkav), schnörkelhaft, verspielt und phantasievoll. |


















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